“Ihr müsst etwas kuscheln.”, meint Stephan, der Organisator, als er uns unseren Platz zuweist, “Wir haben zwei Wiesen weniger bekommen als angedacht war.”
Wir bekommen ein Stück grüner, hübsch gestutzter Wiese mit drei riesigen, kreisrunden Blumenbeeten drauf, die zusammen etwa ein Drittel der Lagerfläche ausmachen.
“Und bloß nicht über die Wiese fahren oder in die Beete abspannen! Sonst kriegen wir Ärger!”
Na super.
Es ist der Donnerstag Abend vor Karfreitag. Aufbautag.
Uwe und ich sind die ersten vor Ort, Emma haben wir bei einem Babysitter gelassen. Guido kommt etwas später und Alex in zwei Stunden. Der Rest kann morgen erst.
Wir parken also unser Auto mit Anhänger auf dem kleinen Weg 50 meter weiter und beginnen mit dem langen Ausräumen, alle Teile müssen zu Fuß ins Lager getragen werden.
Wir haben schon einige Kisten ausgeladenu nd die Lagerplane aufgebaut, als Guido auftaucht.
Insgesamt sieht der Abend gut aus, das Wetter spielt mit.
Wir entscheiden uns für den groben Aufbau und fangen an.
Irgendwie sind die Beete doch ganz nett, sie lockern den kleinen Raum auf. Andererseits sind sie auch im Weg und trennen die Zelte vom Gemeinschaftsraum unter dem Sonnensegel. Wir puzzlen alle unsere Zelte irgendwie drum rum, integriert das für Chrissy und ihn, und es sieht gar nicht schlecht aus.
Wir müssen rundrum abspannen, da wir mitten zwischen zwei Wegen stehen, beides mitunter ausgewiesene Rettungswege, fünf Meter Abstand zu den gegenüberliegenden Lagern, der uns noch zugute kommen wird.
Wir sind soweit fertig und ich schaue auf die Uhr.
“Los Jungs, lasst mal die Feuerschale anschmeißen, ich hab nur noch en halbe Stunde, bevor ich zurückfahren muss um den Babysitter abzulösen. Ich hätte auch gern noch Abendessen.”
Die Würste sind lecker, vor allem die vom Wildschwein, die Guido mitgebracht hat. Uns fällt allerdings auf: “Mist, wir haben keine Soßen dabei.”
Aber satt ist satt, und die Kulisse ist der Hammer: direkt unterhalb des Schloßes in der zukünftigen Landesgartenschau in Bad Iburg, die Rückseite des riesigen, weißen Gebäudes bei Nacht beleuchtet.
Der Mittelaltermarkt kuschelt sich in eine Senke zwischen der Straße auf der einen Seite und dem Schloßhügel auf der anderen. Saftige Wiesen, ein großer Kinderspielplatz, ein kreisrunder Steinplatz, umringt von der Bühne und den Fressbuden, ein kleiner See, auf dem am nächsten Tag ein Drachenboot zu Wasser gelassen wird, alles verbunden durch hübsch angelegte Kieswege, die sich als optischer Kontrast präsentieren und den Markt einrahmen.
Wirklich hübsch.
“Ich muss los.”, sage ich, “Ich hab ja noch ne Stunde Fahrt zurück.”
Uwe und Guido schlafen hier.
Die Glücklichen.

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